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Tirol feiert 100 Jahre Seilbahn – Ein Blick auf die Geschichte

04.02.2026

Die Tiroler Zugspitzbahn feiert 2026 ihr 100-jähriges Bestehen und blickt auf ein Jahrhundert technischer Innovation und touristischer Pionierarbeit zurück.

Ein Jahrhundert Seilbahnen in Tirol


Am 5. Juli 1926 begann mit der Eröffnung der „Österreichischen Zugspitzbahn“ eine neue Ära in der alpinen Erschließung. Als zweite Seilbahn Österreichs und erste Nordtirols war sie ein technisches Meisterwerk, das den Weg für den modernen Seilbahnbau ebnete. Die Tiroler Zugspitzbahn, die seit 1958 unter diesem Namen firmiert, überwindet 1.725 Höhenmeter und verbindet die Ortschaft Ehrwald in Tirol mit der Zugspitze, dem höchsten Berg Deutschlands. Mit einer Fahrzeit von damals 18 Minuten und einer Maximalkapazität von 19 Personen pro Kabine war sie ein Meilenstein der Ingenieurskunst. Heute ist sie ein Symbol für Innovation und ein zentraler Wirtschaftsmotor der Region Tiroler Zugspitz Arena. Im Jubiläumsjahr 2026 wird das Museum an der Bergstation modernisiert sowie mit einer neuen historischen Ausstellung rund um die Zugspitzbahn versehen. Zudem wird ein Theaterstück mit dem Titel „Sterntaler für die Zugspitze“ uraufgeührt.

Die Geschichte der Seilbahnen weltweit


Die Tiroler Zugspitzbahn ist eingebettet in eine lange und faszinierende Geschichte der Seilbahntechnologie, die weltweit bedeutende Spuren hinterlassen hat. Bereits im 17. Jahrhundert wurden erste Ansätze für Seilbahnen entwickelt, vor allem für den Transport von Gütern. Ein bemerkenswertes Beispiel ist eine Materialseilbahn, die 1644 in Danzig von Adam Wybe erbaut wurde. Diese frühe Konstruktion markierte einen wichtigen Schritt in der Entwicklung von Seilbahnen. Die Erfindung des Drahtseils im 19. Jahrhundert war ein entscheidender Meilenstein, der den Bau belastbarer und effizienterer Bahnen ermöglichte. 1874 gründete Adolf Bleichert in Leipzig eine Fabrik für Drahtseilbahnen, die den Materialtransport revolutionierte und den Weg für weitere Innovationen ebnete. Bereits zuvor entstanden erste Standseilbahnen, wie etwa 1862 in Lyon. Diese frühen Entwicklungen legten die Grundlage für die spätere Nutzung von Seilbahnen im Personenverkehr.

Die erste bekannte Personenseilbahn wurde 1866 in Neuhausen in der Schweiz errichtet. Sie verband das Rheinufer mit einer Turbinenstation mitten im Fluss und stellte eine technische Pionierleistung dar. Ab 1907/1908 wurden die Erfahrungen aus dem Materialtransport zunehmend auf den Personentransport übertragen. Ein herausragendes Beispiel dieser Zeit ist die Kohlernbahn in Bozen, die 1908 als eine der ersten Luftseilbahnen für Personen in Mitteleuropa in Betrieb ging. Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der Seilbahnen war die Eröffnung der Raxseilbahn am 9. Juni 1926. Sie gilt als die erste touristische Seilbahn Österreichs und wurde damals als „Mittelding zwischen Flugzeug und Omnibus“ beworben. Nur zwei Jahre später, am 1. Juli 1928, wurde die Predigtstuhlbahn in Bad Reichenhall, Bayern, eröffnet. Sie ist bis heute die älteste Großkabinenseilbahn der Welt, die noch im Originalzustand betrieben wird, und ein beeindruckendes Zeugnis der Ingenieurskunst jener Zeit.

In den 1970er Jahren begann eine neue Ära für die Seilbahntechnologie, als diese verstärkt als urbane Verkehrsmittel eingesetzt wurde. Die Vorreiter dieser Entwicklung sind vor allem in Mittel- und Südamerika zu finden, wo Seilbahnen als nachhaltige und effiziente Lösung für den öffentlichen Nahverkehr eingeführt wurden. Diese Nutzung zeigt die Vielseitigkeit der Seilbahntechnologie, die sich von den Anfängen im Materialtransport über den alpinen Tourismus bis hin zur urbanen Mobilität kontinuierlich weiterentwickelt hat.

Bedeutung von Seilbahnen im urbanen Raum


Seilbahnen haben sich in den letzten Jahrzehnten als nachhaltige und platzsparende Verkehrslösungen in Städten etabliert. Sie sind besonders geeignet für Gebiete mit schwieriger Topografie oder dicht besiedelten urbanen Räumen. Beispiele wie die Seilbahn in Medellin (Kolumbien), La Paz (Bolivien) oder die Emirates Air Line in London (Großbritannien) zeigen, wie Seilbahnen zur Verbesserung der urbanen Mobilität beitragen können. Spannende Insighs zu urbanen Seilbahnlösungen erhalten Interessierte auf der Mountain Planet in Grenoble im Rahmen der City Cable Car Solutions.

 

Bildquelle: Tiroler Zugspitzbahn / www.zugspitze.at

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